Dienstag, 20. Oktober 2009

10. Verleihung der BigBrotherAwards: Die "Oscars für Datenkraken" sind vergebe

Am 16.10.2009 kürte die Jury die diesjährigen BigBrotherAward-Preisträger. Zugleich wurde das 10-jährige Jubiläum der BigBrotherAwards in Deutschland gefeiert. Es war eine große Party - mit ernsten Themen, aber beschwingter Stimmung, mit Musik und Wortakrobatik, mit viel Presse und Prominenz. Über 1000 Leute haben die Veranstaltung als Live-Stream über das Internet verfolgt.

Der ehemalige Innenminister Gerhart Baum schickte ein Grußwort, in dem er zu den 10. BigBrotherAwards gratuliert und für die "Pionierarbeit" für die Bürgerrechte und den Datenschutz lobt.

Die BigBrotherAwards-Preisträger 2009 im Überblick:

- Kategorie Sport: Berliner Organisationskomitee der Leichtathletik-WM
  für die umfassende Sicherheitsüberprüfung aller Journalisten, die sich
  akreditieren wollten - ein Vergehen gegen die Pressefreiheit.

- Arbeitswelt: ein Sammelpreis an eine Vielzahl von Unternehmen, die
  ihre Arbeitnehmer überwachen: Deutsche Bahn, Deutsche Telekom,
  Deutsche Post, Lidl, Drogeriekette Müller, die Kreisverwaltung
  Schleswig-Flensburg, Uni Kassel, HDI Gerling, Bäckerei Sehne, Kik
  Textilien, außerdem den Anwalt Helmut Naujoks - und schließlich als
  Kuriosität an Claas Landmaschinen.

- Politik: Ursula von der Leyen, Familienministerin für das System zur
  Inhaltskontrolle des Internets und dafür, dass sie das Leid
  missbrauchter Kinder für ihren persönlichen Wahlkampf genutzt hat.

- Wirtschaft: ein Sammelpreis an deutsche Firmen, die Überwachungstechnik
  für Internet und Telefon anbieten und selbst gerne im Verborgenen
  bleiben möchten: Quante Netzwerke GmbH, Utimaco Safeware, Datakom,
  Syborg, Digi-Task, secunet, Cisco, Nokia Siemens Networks, Trovicor.

- Lebenswerk: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble für seine
  obsessiven Bestrebungen, den demokratischen Rechtsstaat in einen
  präventiv-autoritären Sicherheitsstaat umzubauen. Und dabei
  für den Umbau des BKA in ein zentrales deutsches FBI mit
  geheimpolizeilichen Befugnissen, für die Legalisierung der
  heimlichen Online-Durchsuchung, für die Errichtung einer gemeinsamen
  Antiterrordatei sowie einer neuen Abhörzentrale für alle
  Sicherheitsbehörden.
  
- Publikumspreis: Mit gut einem Drittel der abgegebenen Stimmen
  entschied das Publikum bei der Veranstaltung, dass Wolfgang Schäuble
  nicht nur den Preis in der Kategorie "Lebenswerk", sondern auch den
  Publikumspreis redlich verdient hat.

Eine Dokumentation der Veranstaltung, alle Laudatiotexte, Fotos und irgendwann auch einen Videomitschnitt gibt es unter http://www.bigbrotherawards.de/2009
 
Die BigBrotherAwards sind vergeben - die Arbeit geht weiter.
 
 
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Montag, 21. September 2009

alios pad: Meine Festnahme – Freiheit statt Angst oder eher Angst statt Freiheit

Die Geschichte von einem der mit einem Leatherman Tool (Multifunktionswerkzeug mit Taschenmesser) zur Demo am 11.09. in Berlin ging und die Polizei auf das in dem Tool enthaltene Messer aufmerksam machte. Ergebnis: Festnahme etc.

Es ist lesenswert zu lernen, wie schnell man verhaftet werden kann, auf der anderen Seite ist diese Geschichte erschreckend, wie man im Ungewissen gelassen wird, warum man verhaftet ist und wie man langsam mürbe gemacht wird.
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Montag, 14. September 2009

Broschüre zum Arbeitnehmerdatenschutz vom DBG

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine Broschüre zum Thema Arbeitnehmerdatenschutz veröffentlicht. Lesenswert.

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computerwoche: Das kosten Ihre Daten

Bei der computerwoche ist folgendes zu lesen:

" Eine Million gestohlener E-Mail-Konten ab einem Euro, ein Satz Kreditkartendaten ab zwei Euro, ein gefälschter Führerschein für 50 Euro: Der Preisverfall ist in der Unterwelt angekommen"

Auch in der Unterwelt herrscht das Gebot von Angebot und Nachfrage.
Ich hätte nie gedacht, dass ich so billig zu einem gefäschten Ausweis bzw. Führerschein kommen kann (50 – 2.500 Euro).

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taz: Die Berliner Polizei ermittelt gegen die Beamten, die auf der „Freiheit statt Angst“-Demonstration mehrere Menschen angegriffen und verletzt haben

Ein anscheinend friedlicher Radfahrer wurde , wie es in einem Video zu sehen ist von einen Polizisten am T-Shirt festgehalten und dann von einem weiteren Polististen geschlagen.

So, wie das auf dem Video aussieht war dies unnötige Gewalt durch die Polizei. Die Berliner Polizei ermittelt wegen wegen Körperverletzung im Amt. Der CCC sucht ZeugInnen des Vorfalls, die sich per Mail an mail@ccc.de melden sollen. Lassen wir uns überraschen, was dabei rauskommt !

Chaos Computer Club fordert bundeseinheitliche Nummernschilder für Polizisten um bei Übergriffen diese eindeutigt identifizieren zu können. Dem kann ich mich nur anschliessen.

netzpolitik.org meldet folgendes: Weitere Reaktionen auf die Polizeigewalt .

Eine schöne Zusammenfassung zu der Demo findet man z.B. bei taz.

Nachtrag:

"Fahndungsbilder"
Auf mehreren Internet Blogs werden die Bilder der verdächtigten Polizisten gezeigt mit der Bitte um Identifizierung. Zum Beispiel bei Stigma.
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Donnerstag, 10. September 2009

netzpolitik.org: Zypries über Datenschutz und Netzsperren

netzpoliti.org hat Auszüge eines Interviews der Taz mit unserer Justizministerin Brigitte Zypries veröffentlicht, besonders lesenswert, neben den Aussagen der deutschen Justizministerin, sind die Kommentare von netztpolitik.org.

Manchmal habe ich das Gefühl hier reden die Blinden über Farben.

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