Mittwoch, 9. Juli 2014

NSA überwacht Tor-Infrastruktur und alle Nutzer – auch Betreiber in Deutschland

Während wahrscheinlich alle Internetnutzer Opfer der allumfassenden und anlasslosen Totalüberwachung sind, fehlen Medien meist konkrete Opferfälle, an denen sie das Ganze erklären können. Angela Merkel war das erste und wohl prominenteste Opfer, aber natürlich nicht wirklich repräsentativ. NDR und WDR haben Zugang zu Scriptfiles von XKeyscore bekommen, des NSA-Überwachungsprogrammes, das auch der Bundesnachrichtendienst einsetzt: Quellcode entschlüsselt: Beweis für NSA-Spionage in Deutschland. Unklar ist, woher die Journalisten diese Datei(en?) haben, ob aus dem Snowden-Fundus oder aus anderen Quellen. Auf jeden Fall fanden sie darin Mailadressen und IP-Adressen, nach denen in Echtzeit die Kommunikation gerastert wird und identifizierten daraufhin mehrere Überwachte aus Deutschland, darunter den Erlanger Studenten Sebastian Hahn, bzw. die IP-Adresse eines seiner Server.

Durch digitale Selbstverteidigung wird man zum Terroristen?!
Sebastian Hahn nutzt Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechnologien, weil ihm seine Privatsphäre wichtig ist und er mit digitaler Selbstverteidigung seine Grundrechte schützt. Dazu betreibt er einen TOR-Anonymisierungsserver, zeigt bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage – und wird damit zum potentiellen Terroristen. Schöne neue Welt.
Nicht nur der TOR-Server von Sebastian Hahn ist betroffen. Insgesamt acht IP-Adressen von TOR-Directory-Services, darnuter zwei aus Deutschland haben die Journalisten in der XKeyscore-Datei gefunden, darunter auch eine vom Chaos Computer Club. Ein TOR-Directory-Service dient als erster Anlaufpunkt für die TOR-Software und liefert eine Liste aller TOR-Server.
Der XKeyscore-Quellcode zeigt darüber hinaus, wie einfach es ist, ins Raster der NSA zu geraten. Denn nicht nur Dauernutzer dieser Verschlüsselungssoftware werden zum Ziel des Geheimdienstes. Jeder, der die offizielle Torwebseite besucht und sich lediglich informieren will, wird markiert. Im Fall anderer Verschlüsselungsanbieter reicht schon die Anfrage in einer Suchmaschine, um für die NSA verdächtig zu wirken.
Wir fragen uns:
Wie genau kommt die NSA an den Traffic der beiden Server in Deutschland? Wo greifen sie an, oder: haben sie Helfer? Und: Der deutsche BND und der Verfassungsschutz haben auch Versionen von XKeyScore. Beinhalten die auch diese Überwachungs-Regeln? Wie hängen die Programme der deutschen Geheimdienste mit denen der NSA zusammen?
Das ARD-Morgenmagazin berichtete heute über den Fall und interviewte Hahn dazu. Hier ist die MP4.
Sebastian Hahn hat eine kleine FAQ zusammengestellt, wo er Fragen beantwortet.
Hier dokumentiere ich einige Fragen, die ich von Menschen im Bezug auf die NSA-Überwachung meines Tor-Servers erhalten habe.
Vorweg: Ich bin überrascht davon, dass bisher am heutigen Tag kein
einziger Journalist, der sich bei mir gemeldet hat, selbst irgendwelche
Verfahren einsetzt um die Integrität und Vertraulichkeit seiner
Kommunikation zu garantieren. Bitte überlegt euch, ob Verschlüsselungs-
und Signaturtechnologien nicht auch für euren Arbeitsalltag wichtig
sind.
F:
Ich betreibe einen Tor-Server. Bin ich auch von Überwachung betroffen?
A:
Jeder ist von Überwachung betroffen. Beweise, dass die Relays von allen
Unterstützern von Tor von XKeyscore erfasst werden, habe ich aber keine
gesehen – die zentralen Tor Directory Authorities nehmen insofern eine
Sonderstellung ein.
F:
Du bist nun neben Angela Merkel das einzig namentlich bekannte Opfer von
NSA-Überwachung in Deutschland. Wie fühlt sich das an?
A:
Die Qualität der Ausspähung ist eine ganz andere, daher bin ich kein
Freund von diesem Vergleich. Jeder Deutsche ist täglich von
ungerechtfertigten Überwachungsmaßnahmen betroffen, ohne dass es bekannt
wird. Der Einzelfall mag zwar gut für Schlagzeilen sein; die riesige
Dimension der Überwachung und die fehlenden Schutzmaßnahmen insbesondere
für technisch unbedarfte Menschen sind der eigentliche Skandal. Ich
bin schockiert darüber, wie einfach Unschuldige in den Fokus der
Überwachung geraten kônnen, und mit welcher Selbstverständlichkeit
die Geheimdienste vorgehen.
F:
In den Augen des Geheimdienstes bist du offenbar ein “Extremist” – nur,
weil Du deine Privatsphäre und die anderer schützen möchtest. Wie geht
es Dir damit?
A:
Das Wort Extremist ist nicht direkt im Zusammenhang mit mir gefallen,
gleichwohl sind Menschen betroffen, die wie ich daran arbeiten, der Welt
ein Stück Freiheit im Internet zurückzugeben. Privatsphäre ist
Grundrecht, kein verschrobenes Ziel sogenannter Extremisten.
F:
Hast Du damit gerechnet, dass die NSA an deinen Daten und Informationen
interessiert sein könnte?
A:
Es war seit den Leaks von Edward Snowden leider abzusehen, dass sich
Geheimdienste für die Arbeit von Anonymisierungsnetzwerken
interessieren – soviel zeigten allein die aufgetauchten Folien. Das es
soweit gehen könnte, die Server der Betreiber verdachtsunabhängig zu
überwachen, ist eine Qualität mit der man nicht unbedingt rechnen
konnte.
F:
Welche persönliche Konsequenzen ziehst du daraus, im Visier der NSA zu
sein?
A:
Ich fühle mich bestätigt auf meinem Weg. Nur durch aktives Handeln lässt
sich unsere Demokratie langfristig verteidigen, Demokratie braucht
Privatsphäre und Sicherheit in der Kommunikation.
F:
Wo hast Du den Server für das Tor-Netzwerk betrieben? Die Tagesschau
schreibt, der Server lief über die IP-Adresse 212.212.245.170 – die
wiederrum ins Industriegebiet Nürnberg-Feucht führt.
Welche Rolle hast Du im Tor-Netzwerk gespielt? Wirst du weiterhin
aktiv bleiben?
A:
Der Server steht in einem Rechenzentrum in Nürnberg. Wo genau der Server
steht, ist allerdings irrelevant – Benutzer aus der ganzen Welt sind
eingeladen, ihn dazu zu benutzen ihre persönliche Kommunikation sicherer
zu machen. Der Server nimmt im Tor-Netzwerk eine besondere Rolle ein, er
hilft bei der Verwaltung der mehreren tausend anderen Tor-Server. Aus
diesem Grund ist er auch eines der lohnenswertesten Ziele. Meine
Aktivitäten im Tor-Netzwerk werde ich selbstverständlich fortsetzen, und
ich werde weiterhin dafür werben, dass andere es mir gleich tun.
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Dieser Artikel wurde von  Markus Beckedahl auf netzpolitik.org unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 3.0 veröffentlicht und steht hier unter der gleichen Lizenz.

TTIP: Verkauft nicht unsere Zukunft!

Das geplante Freihandels-Abkommen TTIP zwischen der EU und den USA dient den Interessen der Konzerne und nicht uns Bürger/innen:

- TTIP höhlt Demokratie und Rechtsstaat aus: Ausländische Konzerne können Staaten künftig vor nicht öffentlich tagenden Schiedsgerichten auf hohe Schadenersatzzahlungen verklagen, wenn sie Gesetze verabschieden, die ihre Gewinne schmälern.

- TTIP öffnet Privatisierungen Tür und Tor: Das Abkommen soll es Konzernen erleichtern, auf Kosten der Allgemeinheit Profite bei Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung zu machen.

- TTIP gefährdet unsere Gesundheit: Was in den USA erlaubt ist, würde auch in der EU legal – so wäre der Weg frei für Fracking, Gen-Essen und Hormonfleisch. Die bäuerliche Landwirtschaft wird geschwächt und die Agrarindustrie erhält noch mehr Macht. 

- TTIP untergräbt die Freiheit: Es droht noch umfassendere Überwachung und Gängelung von Internetnutzern. Exzessive Urheberrechte erschweren den Zugang zu Kultur, Bildung und Wissenschaft.

- TTIP ist praktisch unumkehrbar: Einmal beschlossen, sind die Verträge für gewählte Politiker nicht mehr zu ändern. Denn bei jeder Änderung müssen alle Vertragspartner zustimmen. Deutschland allein könnte aus dem Vertrag auch nicht aussteigen, da die EU den Vertrag abschließt.
 
Derzeit verhandeln EU-Vertreter mit der US-Regierung über das TTIP-Freihandels-Abkommen. Durchgesickerte Papiere zeigen, dass die Unterhändler die größten Wünsche der Konzerne erfüllen wollen: gechlorte Hühner, Hormonfleisch, Fracking, Gentechnik, laxer Datenschutz und eine privatisierte Wasserversorgung sollen in Europa einziehen.  

Auf demokratischem Weg wäre das nie möglich. Nun soll es ein Vertrag richten, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt wird. Ich habe gerade einen Appell unterschrieben, um die Verhandlungen zu stoppen. Unterzeichne bitte auch Du den Campact-Appell:

https://www.campact.de/TTIP-Aktion 

Zum gleichen Thema hat netzpolitik.org einen interessanten Artikel veröffentlicht.    

netzpolitik.org: Recherche zeigt: Nur Industrie redet mit EU-Kommission über Netzpolitik bei TTIP

 
 


Mittwoch, 4. Juni 2014

Zum Jahrestag der Enthüllungen von Edward Snowden verschenkt netzpolitik.org das Buch “Überwachtes Netz”

Im November 2013 hat netzpolitik.org im Rahmen der Snowden-Enthüllungen das Buch “Überwachtes Netz – Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte” veröffentlicht. Rund 50 Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Kontinenten haben sich Gedanken gemacht und ihre Ideen beigesteuert, was die notwendigen Schritte sind, um das Netz und unsere Grundrechte aus den Händen krimineller Geheimdienste zurück zu erobern.

Leider ist seitdem so gut wie nichts von politischer Seite passiert. Unsere Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand und versucht den Skandal auszusitzen. Das Buch und seine vielfältigen Inhalte sind aber immer noch aktuell. Deswegen stellt netzpolitik.org es zum Jahrestag der Snowden-Enthüllungen wieder zum freien Download online. netzpolitik.org freut sich im Gegenzug um eine Spende zur Finanzierung des nächsten Buchprojektes und deren Arbeit. Pay what you want.

Hier ist eine Zip-Datei mit eBook-Formaten. Und hier ein PDF.

Herunterladen, lesen, verstehen, weiterkopieren und weitersagen!

Die gedruckte Ausgabe kann in der zweiten Auflage zum Preis von 14,90 Euro über epubli und anonym im Buchhandel (und da wiederum über epubli) erworben werden.


Dies ist ein Beitrag auf Basis des Artikels Danke Edward Snowden: Zum Jahrestag der Enthüllungen verschenken wir unser Buch “Überwachtes Netz”, der von Markus Beckedahl, Netzpolitik.org unter der Lizenz CC BY-NC-SA veröffentlicht wurde. Dieser geänderte Artikel steht auch unter der CC BY-NC-SA Lizenz.

Freitag, 16. Mai 2014

Warum ist Netzneutralität wichtig ?

Das Thema Netzneutralität interessiert aktuell wieder ein paar Menschen. Aber worum geht es in der Debatte überhaupt? Wir haben hier mal einige Videos zusammen gestellt, die Euch das Thema näher bringen.

 
 
 

Telekom – Netz der Zukunft




ePolitik Dummy (02) Netzneutralität




Dieser Beitrag ist eine Bearbeitung des Artikels Videos erklären die Debatte um Netzneutralität von Markus Beckedahl, Netzpolitik.org und steht unter der Lizenz  CC BY-NC-SA 3.0 DE. 

Unternehmen bestimmen den Schutz unserer Daten – warum wir wissen sollten, wer nach uns fragt

Die Herausgabe von Daten durch Internetfirmen ist nicht eindeutig rechtlich geregelt, das zeigt eine Studie aus Polen beispielhaft für die polnische Gesetzgebung. In der Folge entscheiden Unternehmen, nicht Recht und Gesetz über unseren Datenschutz. Das Vorhandensein zahlreicher Daten über uns im Netz ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Aber wer genau fragt eigentlich nach diesen Daten? Und wonach genau wird gefragt? Wie oft? Und mit welcher Absicht?

 
Katarzyna Szymielewicz, Mit-Gründerin und Vorsitzende der Panoptykon Stiftung Polen und Vize-Präsidentin von EDRi möchte das genauer wissen. Ihr zufolge befinden wir uns in einem Dschungel, einer Überwachungsmatrix, aus der wir herausfinden müssen. Als Schutz gegen die konstante Überwachung helfe nur mehr Transparenz. Sie stellte sich bei der re:publica’14 der Aufgabe, auf Grundlage ihrer Studien mit Panyoptikon die drängenden Fragen zu beantworten und den Überwachungsdschungel etwas zu lichten. Um dem Publikum klar zu machen: Why you should know who has been asking about you.

In einer Pilotstudie befragten sie die zehn größten Internetunternehmen in Polen. Darüberhinaus schickten sie dieselben Fragebögen leicht abgeändert an die polnischen Behörden, die Daten anfragen können, wie Staatsanwaltschaft, Polizei und Geheimdienste.  Nur vier der zehn angefragten Firmen antworteten überhaupt, und deren Informationen stellten sich als sehr heterogen heraus. Während beispielsweise eine Firma auf fast alle behördlichen Anfragen Daten herausgab, lieferte eine andere nur in einem Sechstel der Fälle Informationen an die Behörden. Im (polnischen) Rechtssystem fehlt es an klaren Standards, wie sich Firmen bei einer solchen Anfrage zu verhalten haben, es obliegt ihrer eigenen Einschätzung, ob sie die Forderung als rechtmäßig anerkennen oder nicht. Es sind also Firmen, nicht Recht und Gesetz, die über den Schutz der Daten entscheiden, kritisiert Szymielewicz.

Interessant ist nicht nur, wie oft gefragt wird, sondern auch, wer eigentlich fragt: Den Daten zufolge handelt es sich meistens um Staatsanwaltschaft und Polizei, die Nutzerdaten anfordern, und nur zu einem geringen Teil um Geheimdienste. Szymielewicz stellt jedoch die Glaubwürdigkeit dieser Informationen in Frage, es gibt keine Garantie für die Richtigkeit der Aussagen.
Zudem bleiben die zentralen Fragen unbeantwortet: Warum gefragt wird, wer Ziel der Untersuchung ist und wie tief die Datenherausgabe in unsere Privatsphäre eindringt. Zu all diesen Themen gab es weder von den Unternehmen noch von den Behörden Auskünfte.

Szymielewicz schlussfolgert, es gebe keine Kontrolle über behördliche Datenspeicherung, immer wieder würden Schlupflöcher missbraucht, und es fehle an rechtlichen Schutzbestimmungen. Im Anschluss an ihren Vortrag folgte eine kurze Publikumsdiskussion über mögliche Lösungen für die umrissenen Probleme.

Der vollständige Bericht von Panoptykon findet sich bei panoptykon.org und das Video von Szymielewicz‘ Vortrag ist auf YouTube.


Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Elisabeth Pohl, Netzpolitik.org.
 

Mittwoch, 14. Mai 2014

Kein Kohlehafen im Great Barrier Reef - eines einzigartigen Weltnaturerbes vor der australischen Ostküste

Es geht um nichts weniger als das größte Korallenriff der Erde: Ein Hafenprojekt bedroht die Zukunft des Great Barrier Reefs – eines einzigartigen Weltnaturerbes vor der australischen Ostküste. Die indische Adani Group will den Hafen Abbot Point zu einem der weltgrößten Kohleterminals ausbauen. Dem sensiblen Ökosystem droht schwerer Schaden: Millionen Tonnen Schlamm würden im Naturschutzgebiet landen.

Die Wurzeln der Gefahr reichen bis nach Deutschland. Die Deutsche Bank hat bereits den Ankauf des Hafens finanziert und erwägt, auch Geld für den Ausbau bereitzustellen. Hier können wir gemeinsam ansetzen: Das Ansehen der Deutsche Bank ist angeschlagen. Zinsmanipulationen, Nahrungsmittelspekulation und skrupellose Immobiliengeschäfte haben ihren Ruf beschädigt. Der Vorstand hat für 2014 einen „Kulturwandel“ ausgerufen. Ein Umweltskandal rund um das Great Barrier Reef käme jetzt zur Unzeit.

Kommende Woche tagt die Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt. Campact will den Aktionär/innen der Bank bewusst machen: Ein ökologisch derart fatales Projekt wird den Ruf ihrer Bank schädigen. Der Vorstand kann dann neue Kredite nicht einfach durchwinken. Am 22. Mai wollen wir den Aktionär/innen daher mindestens 100.000 Unterschriften präsentieren und an den Vorstand der Bank übergeben.
 

Mehr als 200 Wissenschaftler/innen aus aller Welt warnen in einem offenen Brief vor den dramatischen Folgen der Hafenerweiterung. Das Great Barrier Reef bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Seltene Meeresschildkröten finden hier Unterschlupf. Doch die sensiblen Korallen können nur in sonnendurchflutetem Wasser gedeihen.

Der Schlamm würde das Wasser trüben und Giftstoffe ins Riff tragen. Wenn die Korallen sterben, ist auch das Überleben der Tiere und Pflanzen ungewiss. Die UNESCO erwägt, das Great Barrier Reef auf die Liste der akut bedrohten Weltnaturerbe zu setzen – im schlimmsten Fall könnte der Status als Weltnaturerbe ganz aberkannt werden.

Einmal gebaut, würde der Hafen auf Jahrzehnte hinaus die immensen Kohlevorräte des australischen Gallilee Basins in alle Welt verschiffen. Dabei sind sich die Experten einig: Um einen gefährlichen Klimawandel abzuwenden, muss der Großteil der verfügbaren Kohle im Boden bleiben. Wenn wir das Hafenprojekt stoppen, dämpfen wir den aktuellen Kohleboom – und leisten so einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.

Der Widerstand gegen den Kohlehafen am Reef wächst weltweit. In Australien streitet eine breite Koalition aus Umweltschützern, Verbraucherverbänden und Tourismusvertretern gegen die Erweiterung von Abbot Point. Die australische Campact-Schwesterorganisation Get Up! geht juristisch gegen die Hafenerweiterung vor. Wegen der großen ökologischen Risiken könnten diese Klagen Erfolg haben. Doch Gerichtsprozesse brauchen Zeit. Diese Zeit will Campact den Australiern verschaffen, indem diese zusammen mit der Umweltschutzorganisation WWF die Deutsche Bank aus dem Projekt drängen wollen.

Denn internationale Investoren stehen keineswegs Schlange. Nur wenige Banken sind überhaupt in der Lage, ein Projekt solcher Größenordnung zu stemmen. Einige Großbanken wie die französische Crédit Agricole haben bereits abgewunken. Selbst ein Großaktionär der Deutschen Bank, der Finanzkonzern Blackrock, sieht das Projekt kritisch. Und rund um die Welt üben Bürgerinnen und Bürger Druck auf Investoren aus, ihr Geld aus ökologisch katastrophalen Kohleprojekten zurückzuziehen.

Ein Rückzug der Deutschen Bank kann die gesamte Hafenerweiterung in Frage stellen – und das Great Barrier Reef retten. Fordern Sie die Banker heute auf, keine Kredite für die Zerstörung des Weltnaturerbes zu bewilligen:

Hier klicken und Appell an den Deutsche-Bank-Vorstand unterzeichnen..

https://www.campact.de/Barrier-Reef-retten


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